Wiederum torloser SCW liegt jetzt hinten
Der SC Weinfelden entwickelte in Winterthur zu wenig Druck und schoss zu selten. So verlor er in einem engen Spiel erneut torlos und muss nun zweimal gewinnen.„Wir kämpfen und haben Tempo, aber im Abschluss sind wir zu umständlich“, sagte Weinfeldens Coach Wiesmann im Winterthurer Deutweg nachdem die 0:3-Niederlage feststand, welche Winterthur in der Playoff-Halbfinalserie erstmals in Führung bringt. „Im Viertelfinal gegen Wetzikon schossen wir aus allen Lagen, in den letzten beiden Spielen fehlte das. Man muss aber auch sehen, dass Winterthurs Keeper Oehninger nun zweimal sehr gut hielt“, führte Wiesmann weiter aus. „Ausserdem hatten wir heute etwas Pech mit dem Schiedsrichter, auch wenn dies nicht spielentscheidend war.“ Tatsächlich pfiff Referee Meyer gegen Weinfelden einige fragwürdige Strafen und bestrafte in der von Beginn weg giftig geführten Partie Fouls des Gegners nicht immer. So beispielsweise unmittelbar vor Winterthurs 2:0, als Beck in den Rücken gecheckt wurde. In der 56. Minute gab der junge Spielleiter dann ein Tor Weinfeldens nicht, weil er übersah, dass der Puck die Linie bereits klar überquert hatte, als ihn Oehninger mit dem Handschuh hinauswischte. Wäre dieses Tor anerkannt worden, hätte Weinfelden immerhin seine Torlosigkeit nach 125 Minuten beenden können. Doch so musste man dem jungen Keeper Oehninger den zweiten Shutout in Folge zugestehen.
Begonnen hatte das Spiel für den SCW eigentlich gut, übernahm er doch in den Startminuten die Initiative und konnten sich ein leichtes Chancenplus herausspielen. Doch manche Sachen stimmt schon im ersten Abschnitt nicht: In der Offensive fehlte die Durchschlagskraft und defensiv von Zeit zu Zeit die Konsequenz. Winterthur spielte nicht mehr derart aggressiv und willig auf, wie in der Güttingersreuti am Donnerstag. Wenn das Heimteam aber ein wenig initiativer wurde und früher angriff, so liess sich Weinfelden schnell zu kleinen Fehlern verleiten, was im intensiveren Mitteldrittel der Fall war. In den Spielen zwischen Weinfelden und Winterthur entscheiden kleine Dinge über den Ausgang. In allen fünf Partien zwischen den beiden Teams war es bisher so, dass wer das 1:0 schiesst, auch gewinnt. Dieses wegweisende Tor erzielte Winterthur in der 29. Minute im Powerplay. Weinfelden hatte die Scheibe mehrfach unter Kontrolle gebracht, aber nicht herausspedieren können und letztendlich profitierte Schumann von einem von der Bande zurückprallenden Schuss. Weinfelden griff fortan zu wenig druckvoll und raffiniert an, um den Ausgleich zu erzwingen. Der Rückstand wurde grösser: Oliver Früh arbeitete die Scheibe in der 48. Minute zum 2:0 ins Tor. Zehn Minuten davor hatte Fontana in Unterzahl eine der wenigen sehr guten Weinfelder Chancen des Abends ausgelassen, als er alleine aufs Tor zufuhr, mit seinem flachen Abschluss in die Tormitte aber keinen Weg am starken Oehninger vorbeifand.
Bereits beim nicht anerkannten 2:1 in der 56. Minute hatte Waber einem sechsten Feldspieler Platz gemacht und beim folgenden Powerplay, dem ersten über zwei Minuten des SCWs, blieb er ebenfalls auf der Bank. Oehninger gab sich aber bei Zehnders verdecktem Schuss keine Blösse und kurz darauf war es Bussola, der zum 3:0 traf. Abgesehen von einigen Faustschlägen, die beiderseits noch ausgeteilt wurden, war dies die letzte nennenswerte Aktion des Spiels.
„Einfacher spielen und mehr schiessen“, gibt Wiesmann als Losung für das nächste Spiel des Halbfinals am Dienstag in der Güttingersreuti aus. „Diese Serie ist noch nicht entschieden“, sagt Wiesmann und hofft, dass der verletzte Dommen und einige angeschlagene Spieler bis am Dienstag wieder aufgepäppelt werden können.
EHC Winterthur - SC Weinfelden 3:0 (0:0, 1:0, 2:0)
Deutweg -1'167 Zuschauer (Saisonrekord) - SR Meyer; Zweidler/Taetzsch.
Tore: 29. Schumann (Schöbi; Ausschluss P. Bucher) 1:0. 48. O. Früh (R. Früh) 2:0.
58. Bussola (ins leere Tor; Ausschluss Schumann!) 3:0. - Strafen: 9×2 plus 2×10 Minuten (O. Früh, Geiser) gegen Winterthur, 14×2 plus 10 Minuten (Andenmatten) gegen Weinfelden.
Winterthur: Oehninger; Hurter, R. Meier; Wägeli, Schenk; Schöbi, Perret; Wörndli; Bussola, R. Vogler, Guidotti; Sommer, R. Früh, O. Früh; Schumann, Zürcher, Geiser; J. Vogler.
Weinfelden: Waber; Müller, Jakob; Ott, Vassanelli; Zehnder, Nussbaum; Schoop, Diener, Andenmatten; Beck, Trunz, Fontana; Toschini, Hemmi, P. Bucher; Knöpfli, A: Bucher.
Bemerkungen: Winterthur ohne Schmid, Wissmann, Grolimund (alle verletzt), Bodenmann (Kloten) und Benz. Weinfelden ohne Grischott, Dommen, Tobler (alle verletzt), mit Diener und Partnerteamspieler Vassanelli (Zug Elite). 12. R. Vogler verletzt ausgeschieden. 33. Schuss von Zehnder an den Aussenpfosten. 50:45 Time-out Weinfelden. 55:47 Time-out Winterthur. Weinfelden zwischen 55:43 und 57:39 ohne Goalie. Best Player-Wahl: Oehninger (Winterthur), Trunz (Weinfelden).
EHC Winterthur - SC Weinfelden 3:0
komplettes Spielprotokoll