Weinfelden gewinnt enges Thurgauer-Eishockeyderby
Weinfelden entscheidet das hochstehende Thurgauer Eishockeyderby nach Penaltyschiessen mit 2:1 für sich.Das zweite Regio League-Kantonsderby des Jahres 2007 wies einige Parallelen zum ersten auf. Es war ein temporeiches und faires aber dennoch intensives Eishockeyspiel, bei welchem drei Drittel nicht ausreichten, um einen Sieger zu erküren. Der markante Unterschied lag allerdings in der Anzahl gefallener Tore. Im Oktober gab es bei Frauenfelds überraschendem Sieg (7:6 n.V) 13 Tore zu bestaunen, am Samstag sahen die 755 Zuschauer in den 65 Minuten gerade mal zwei „Törchen“. Dennoch wurde ihnen ein attraktives Spiel vorgesetzt, in welchem keine Zentimeter verschenkt wurden und immer wieder Torgefahr aufkam. Letztendlich schnappte sich der SC Weinfelden im Penaltyschiessen durch einen Treffer von Lüber den Sieg.
Das Heimteam startete aggressiv und aufsässig, nach elf Minuten waren auf Frauenfelder Seite bereits Korsch sowie die beiden Flügel der Paradelinie Pötzi und Jost kurz liegen geblieben. „Im letzten Derby erschraken wir, nun wollten wir Frauenfeld einschüchtern. Dies gelang: Wir gingen einen Takt wie noch nie und waren hart am Mann“, beurteilte Weinfeldens Coach Wiesmann den Start seiner Equipe.
Nach einem Check gegen seinen Topscorer Jost in der 11. Minute reklamierte Frauenfelds Coach Marbach zu heftig und wurde auf die Tribüne verwiesen. Sein Assistent Urs Schrepfer übernahm fortan das Coaching.
Obwohl das Spiel hin und her wogte, konnte in der ersten Spielhälfte weder Frauenfeld noch das Heimteam Weinfelden das Skore eröffnen. Im zweiten Abschnitt wurde das läuferisch sehr aufwändige Forechecking etwas zurückgenommen und es bot sich mehr Raum. Die leicht besseren Chancen konnte sich bis zur Spielhälfte Frauenfeld notieren lassen, auch wenn das Schussverhältnis ausgeglichen blieb. Die besten Möglichkeiten vergaben Merlin Tröndle (9. und 24.), Jost und Schaufelberger (beide in der 19. Minute) sowie Schwyn, der in der 30. Minute den an seine Schlittschuhe gesprungenen Puck vor dem offenen Tor nicht kontrollieren konnte. Beim 1:0 des SC Weinfelden in der 34. Minute war dann ebenfalls ein Schlittschuh im Spiel: Ein Weinfelder Pass prallte an den Fuss eines Gegners und blieb im Slot liegen. Fontana liess sich die Chance nicht entgehen und schoss zur 1:0-Führung ein. Vier Minuten später glich Frauenfeld bereits aus. Als der Weinfelder Vasanelli auf der Strafbank sass, kam der Puck im Powerplay auf die rechte Seite zu Thiemeyer, der mit einem schönen Diagonalpass in den Slot so vorbereitete, dass der eigentlich bewachte Schwyn zum Ausgleich einschieben konnte. Während Frauenfelds Assistent Schrepfer dem Schiedsrichter attestierte einen „super Job“ gemacht zu haben, war Wiesmann mit den Entscheiden des jungen Referees Meyer, der nur acht Zweiminutenstrafen aussprach, im zweiten Drittel nicht ganz zufrieden: „Der Check von Vassanelli, welcher zum erfolgreichen Frauenfelder Powerplay führte, war eigentlich sauber. Andererseits wurden unsere Stürmer bei den Flügelläufen des Öfteren regelwidrig gehalten, ohne dass es eine Strafe gab.“
Im letzten Abschnitt sahen die Zuschauer weiterhin ein attraktives und hoch stehendes Spiel. Es gab wieder etwas mehr Schüsse, doch die gut sortierten Defensiven hatten auch noch starke Torhüter hinter sich und so fiel kein weiterer Treffer, obwohl ein solcher stets in der Luft lag. Hatte Weinfelden in der zweiten Hälfte des Schlussdrittels, vor allem mit der Linie um Captain Tobler, etwas Oberwasser, so konnte sich Frauenfeld in den ersten drei Minuten der Verlängerung mehr Chancen notieren lassen. Schwyn vergab die beste davon in der 63. Minute. Richtig brenzlig wurde es sonst aber nicht mehr und so musste das Penaltyschiessen entscheiden. Per Block gab der auf der Tribüne sitzende Frauenfelder Headcoach Marbach seine Schützen bekannt. Doch die ausgewählten Schaufelberger, Schlumpf und Jost scheiterten an Wabers Beinschonern und seiner Stockschaufel. Der erste Weinfelder Schütze Dommen brachte seinen Versuch ebenfalls nicht am Goalie vorbei, doch danach erwischte Lüber mit seinem Dribbling Schläpfer zwischen den Beinen und sicherte Weinfelden so den Sieg.
Beide Trainer waren zufrieden und konnten mit dem Resultat gut leben.
„Wie im ersten Derby finde ich es korrekt, dass der Verlierer auch einen Punkt mitnimmt“, sagte Weinfeldens Coach Wiesmann nach Spielschluss. „Das Spiel war nicht untypisch für unsere bisherigen Saisonleistungen“, äusserte sich Wiesmann, wohl auch noch mit dem letzten Spiel im Hinterkopf, in welchem man trotz 48 Schüssen gegen einen überragenden Winterthurer Goalie nur ein Tor fabrizierte. „Defensiv sind wir seit der vierten Runde sehr gut, aber offensiv brauchen wir viele Chancen und schiessen für eine Spitzenmannschaft nur wenige Tore.“ Frauenfelds Assistenzcoach Schrepfer, der ab der 11. Minute den auf die Tribüne verwiesenen Marbach vertrat, meinte: „Für mich war allein an der Bande zu stehen eine schöne Erfahrung.“ „Viel musste ich aber nicht tun, Marbach leistet hervorragende Arbeit, sein System sitzt und der Leistungsgedanke ist fest verankert“, lobte er den Headcoach. „Ich bin erstaunt, dass wir in dieser tollen, mit gesunder Härte bestrittenen Partie so oft in den Slot gekommen sind. Weinfelden ist eigentlich dafür bekannt diesen gut zuzustellen. Wir haben uns gut verkauft.“
Die beiden Teams halten nach diesem Ergebnis ihre Tabellenpositionen zwei (SCW) und fünf (EHCF). Nächsten Mittwoch steht bereits die nächste Regio League-Runde an. Weinfelden strebt in Wetzikon eine Revanche an, während Frauenfeld ein zweites Mal gegen Bülach gewinnen will.
SC Weinfelden - EHC Frauenfeld 2:1 n.P. (0:0, 1:1, 0:0)
Güttingersreuti - 755 Zuschauer (Saisonrekord) - SR Meyer; Schmid, Spring.
Tore: 34. Fontana 1:0. 38. Schwyn (Thiemeyer, Pargätzi; Ausschluss Vassanelli) 1:1.
Penaltyschiessen: Schaufelberger -; Dommen -; Schlumpf -; Lüber 2:1; Jost-.
- Strafen: 5×2 plus 2×10 Minuten (Andenmatten, Vassanelli) gegen Weinfelden, 3×2 Minuten plus Spieldauer (Headcoach Marbach) gegen
Weinfelden: Waber; Ott, A. Bucher; Jakob, Vassanelli; Zehnder, A. Nussbaum; Grischott; Lüber, M. Schoop, Fontana; Tobler, Trunz, Andenmatten; Beck, Dommen, P. Bucher; Toschini.
Frauenfeld: Schläpfer; Lieber, Beltrame; S. Nussbaum, Oberholzer; Thiemeyer, E. Tröndle; Schwyn, Pargätzi, Korsch; Pötzi, Schlumpf, Jost; M. Tröndle, Schaufelberger, Basarte; Schwarz.
Bemerkungen: Weinfelden ohne Müller (verletzt), mit dem Partnerteamspieler Vassanelli (Zug Elite). Hemmi und Knöpfli nicht eingesetzt. Frauenfeld komplett, Bolliger nicht eingesetzt. 64:41 Time-out Weinfelden.
SC Weinfelden - EHC Frauenfeld 2:1 n.P.
komplettes Spielprotokoll