Mit knappem Sieg in willkommene Pause
Dem Tag der offenen Tür in der Güttingersreuti folgte kein Abend der offenen Tore. 2:1 besiegte der SC Weinfelden Aufsteiger Ceresio, ohne dabei zu glänzen.29 Schüsse feuerte der SCW in den ersten beiden Dritteln hin zu Ceresios Tor ab. Zum Vergleich: Am Mittwoch in Dübendorf, als die Weinfelder nach einem unbefriedigenden Auftritt erstmals seit Februar 2006 ohne Tor geblieben waren, waren es in der selben Zeitspanne gerade mal 10 Abschlüsse. Bezüglich der offensiven Produktivität war also gegen Ceresio, welches Farmteam von Lugano ist, eine Steigerung zu erkennen. Einerseits lag dies daran, dass Aufsteiger Ceresio limitierter als Dübendorf ist, zum anderen Teil aber auch daran, dass man den Raum nutzte um schneller, kreativer und direkter anzugreifen. Die letzte Konsequenz und Durchschlagskraft fehlte Weinfelden im Sturm aber wie schon in den meisten Spielen zuvor. Deshalb stand es nach 40 Minuten und 29 Schüssen nur 1:0 für den SCW, das Spiel war trotz des spielerischen Übergewichts der Weinfelder noch offen. Philipp Bucher hatte in der 11. Minute im Powerplay aus nächster Nähe zum 1:0 getroffen, nachdem Toschini ihn von hinter dem Tor eingesetzt hatte.
Powerplay spielte Weinfelden an diesem Abend erstmals mit vier Stürmern, dadurch war mehr Bewegung drin, im immer noch verbesserungswürdigen Überzahlspiel. Es birgt aber auch Gefahren, wenn ein Stürmer an der blauen Linie steht. Dommen verlor in der ersten Minute des letzten Drittels unglücklich die Übersicht und die Scheibe, Carugati konterte und glich mit einem nicht unhaltbar scheinenden Flachschuss zum 1:1 aus. Das kämpferische Ceresio, von welchem in der 8. Minute ein glasklarer Weitschusstreffer nicht anerkannt wurde, war wieder dran und untermauerte, dass es kein Kanonenfutter ist. „Wir wollen euch kämpfen sehen“, forderten nun die Heimfans und Weinfelden erhöhte die Pace etwas. Tobler tankte sich an der Bande durch, in den letzten Spielen hatte man vom ihm einen solchen charakteristischen Tempoangriff über aussen vermisst, und fand die Lücke am nahen Pfosten zum 2:1. Tore fielen danach keine mehr und so bedeutete dieser Treffer des Captains in der 48. Minute die Entscheidung.
„Wir brauchen für die Tore zu viele Chancen“, meinte Weinfeldens Coach Röbi Wiesmann nach dem durchzogenen Auftritt. „Heute fehlte uns für die letzte Konsequenz wahrscheinlich auch die nötige Frische.“ Zur anstehenden Nati-Pause sagte er: „Ich bin froh, dass sie kommt, denn zahlreiche Spieler sind bei uns physisch angeschlagen“. Nach acht Runden, einem guten Drittel der Qualifikation, stehen die Weinfelder auf dem dritten Rang. „Bisher tun wir uns gegen jeden Gegner schwer. Wir spielen kein glorioses Hockey, aber wir sind oben dabei“, bilanzierte Wiesmann. Einen Vorteil sieht er für die kommenden Trainingstage: „Wir wissen alle, dass es noch viel zu tun gibt“.
SC Weinfelden - HC Ceresio 2:1 (1:0, 0:0, 1:1)
Güttingersreuti - 391 Zuschauer - SR Maddaloni, Kehl/Brunner.
Tore: 11. P. Bucher (Toschini, Zehnder; Ausschluss Colombo) 1:0. 41. Carugati (Auschluss Cerinotti!) 1:1. 48. Tobler (Beck, P. Bucher) 2:1. - Strafen: 7×2 Minuten gegen Weinfelden, 7×2 plus 10 Minuten plus Spieldauer (Cerinotti) gegen Ceresio.
Weinfelden: Meier; Hemmi, Jakob; Ott, A. Bucher; Zehnder, Vassanelli; Nussbaum; Tobler, Trunz, Andenmatten; Toschini, Dommen, P. Bucher; Fontana, Lüber, Beck; Grischott, Lüber, Knöpfli.
Ceresio: Vedova; Carugati, Colombo; Rogger, Bersier; Suter, Pronini; D. Bianchi, S. Von Gunten, Cerinotti; Buholzer, Della Santa, Riva; Ruspini, Grassi, Vassalli; E. Bianchi.
Bemerkungen: Weinfelden ohne Müller (verletzt), mit dem Partnerteamspieler Vassanelli (EVZ Elite). Ceresio unter anderem ohne Tschudy und Bizzozero; Medici, Andreoli und Raggi nicht eingesetzt. 8. Tor von Buholzer (Ceresio) nicht anerkannt. 58:58 Time-Out Ceresio. 59:35 Time-Out Weinfelden. Ceresio ab 58:58 ohne Goalie.
SC Weinfelden - HC Ceresio 2:1
komplettes Spielprotokoll